Für viele Menschen ist Weihnachten etwas ganz Besonderes. Ob allein oder im Kreis der Familie, unter dem Weihnachtsbaum oder auf den Malediven, jeder hat seine eigenen Rituale am Ende des Jahres dem Alltag kurz zu entfliehen. Oft sind die eigenen Erwartungen allerdings so hoch, dass vor lauter Vorbereitungen die Zeit zum tatsächlichen Luftholen immer kürzer wird. Setzen wir damit nicht gerade das Besondere aufs Spiel?

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Viele Menschen befinden sich regelrecht im „Weihnachtstress“. Dabei potenziert der individuelle Wunsch nach dem ganz besonderen Fest zusätzlich den Stress für die ganze Gesellschaft. Bereits die Vorweihnachtszeit bedeutet für viele Menschen ein derartiges Mehr an Arbeitsbelastung, dass gar keine Zeit mehr bleibt, sich Gedanken darüber zu machen, was Weihnachten eigentlich besonders macht. Gerade in den großen Versand- und Logistikzentren werden die Arbeitsbedingungen zum Fest der Nächstenliebe unzumutbar. Das ist absurd: Die Energie, die in die Vorbereitung des einzigartigen Weihnachtsspektakels gesteckt wird, verpufft, weil alle viel zu gestresst sind, es am Ende wahrzunehmen, geschweige denn zu genießen.

Jetzt könnte man sagen: Dieses Jahr verzichten wir einfach auf alles. Auf die Beleuchtung, die verbraucht sowieso zuviel Energie, auf den Baum, das ist ökologischer Wahnsinn, auf die Geschenke, wir leben schließlich in einer Überflussgesellschaft und eine Scheibe Brot tut’s auch.

Andererseits: Nachhaltigkeit bedeutet nicht zwangsläufig Verzicht, sondern die Steigerung des Mehrwerts. Das heißt: Warum nicht den besonderen Status von Weihnachten nutzen, um mit den Gewohnheiten zu brechen? Vielleicht einfach mal zusammen kochen und so gleichzeitig Arbeit teilen und mehr Zeit gemeinsam verbringen, weniger Geschenke kaufen, dafür aber welche, die unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt und ausgeliefert wurden und vielleicht sogar zum Nachdenken anregen. Manchmal findet man auch unter gebrauchten Artikeln die tollsten Dinge, die es sonst nirgends gibt. Und anstelle eines Verlegenheitsgeschenks, das der*dem Beschenkten nicht gefällt, bietet sich ein Gutschein, oder sogar eine Spende an. Mit ein Bisschen Glück könnt Ihr sogar im Fairnopoly-Adventskalender tolle Dinge zum Behalten oder Weiterverschenken gewinnen.