MCF_logo_webSchoko-Eier, Pralinen, Osterhasen – was wäre Ostern ohne Schokolade? Drei Millionen Tonnen Schokolade werden weltweit jedes Jahr konsumiert, die Hälfte davon in Europa. Für die Deutschen beträgt der jährliche Schnitt dabei ganze zehn Kilogramm pro Person. Der Markt für Schokolade befindet sich seit Jahren im Wachstum, leider profitieren davon nicht alle Beteiligten der Wertschöpfungskette. Während 1980 noch 16% des Kaufpreises einer Tafel Schokolade an die Kakaobauern- und Bäuerinnen gingen, sind es heute nur noch 6%. Sowohl die Unternehmen, die den Rohkakao zu Kakaopulver und -butter weiterverarbeiten als auch die Schokoaldenhersteller konnten ihre Gewinne hingegen steigern.

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Das INKOTA netzwerk ist einer der Träger der Make Chocolate Fair! Kampagne. Unter dem Leitsatz „Wir haben es satt, dass andere hungern!“, engagieren sich bei der gemeinnützigen NGO seit 40 Jahren Menschen aktiv für eine gerechtere Gestaltung der Globalisierung. Mit gezielten Kampagnen sensiblisiert INKOTA auf der einen Seite die Öffentlichkeit in Deutschland, auf der anderen unterstützt INKOTA Partnerorganisationen in El Salvador, Guatemala, Nicaragua, Mosambik und Vietnam. Für die Kampagne Make Chocolate Fair! wurde INKOTA 2014 mit dem Fairtrade-Award für herausragendes und langfristiges Engagement für den Fairen Handel ausgezeichnet. Mehr über INKOTA könnt Ihr hier erfahren.

Diese Entwicklung hat zur Konsequenz, dass immer mehr Kakaobauern und -bäuerinnen in prekären Verhältnissen leben. Ohne die nötigen finanziellen Mittel ist es ihnen nicht möglich, in die Pflege ihrer Pflanzen zu investieren, was wiederum zu schlechteren Erträgen und einer erhöhten Umweltbelastung durch Düngemittel und ausgelaugte Böden führt – ein Teufelskreis.

Die internationale Kampagne Make Chocolate Fair! möchte auf diese Missstände aufmerksam machen und die Schokoladenhersteller, die am meisten von den niedrigen Preisen für Rohkakao profitieren, in die Verantwortung nehmen. Ziel ist es, bis Mitte 2015 in einer Petition 100.000 Stimmen zu sammeln, um diese den Schokoladenherstellern öffentlich vorzulegen und sie zur Ergreifung konkreter Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zu bewegen, denn als einflussreiche Marktmacht sind sie in der Position, faire Handelsstrukturen zu etablieren.

Zu den Forderungen gehören:
• eine faire Bezahlung von Kakaobauern und -bäuerinnen und ihren ArbeiterInnen
• die Einhaltung der Menschen- und Arbeitsrechte entlang der gesamten Kakao-Wertschöpfungskette und das Ende ausbeuterischer Kinderarbeit
• die Unterstützung von Kakaobauern und -bäuerinnen bei der Umsetzung einer nachhaltigen und diversifizierten Landwirtschaft
• die Anwendung eines unabhängigen Zertifizierungs- und Kontrollsystems

Schokotafel

Am Dienstag, den 15. April findet in Berlin eine Osteraktion von Make Chocolate Fair! statt: Vor dem KDW wird ein zwei Meter großes, bunt verpacktes Osterei plaziert, das von empörten Osterhasen umringt sein wird, die faire Schokolade fordern. Sobald die Verpackung des Eies fällt wird deutlich warum – als ‚böse Überraschung‘ werden Armut, Hunger und Kinderarbeit enthüllt, die in den Kakaoanbauländern immer noch weit verbreitet sind.