Im jüngsten Transparenz-Ranking der 105 größten globalen Konzerne fällt eines besonders auf: Die beiden größten Online-Unternehmen Amazon und Google schneiden extrem schlecht ab. Auf einem Niveau mit dem berüchtigten russischen Öl- und Gas-Konzern Gazprom landen sie auf den Plätzen 97 (Amazon) und 95 (Google) und gehören damit zu den intransparentesten der größten multinationalen Konzerne.

Bewertung der 105 größten Konzerne nach ihrer Transparenz, von 10 „sehr transparent“ bis 1 „sehr intransparent“.

In dieser Studie beurteilt Transparency International die Konzerne nach ihren internen Mechanismen zur Vermeidung von Korruption, sowie die Zugänglichkeit von Informationen zu ihren Geschäftsaktivitäten, Subunternehmen und länderspezifischen Umsätzen und Steuerbeiträgen.

Warum sind die sonst so modern scheinenden Riesen der Internetbranche in ihrer Informationspolitk nicht nur keinen Deut besser als die meisten Vertreter der „Old Economy“, sondern sogar bedeutend schlechter?

Das Internet erweckt den Anschein, Informationen zugänglicher zu machen und vermittelt den Nutzern möglicherweise das Gefühl, in direkterer Berührung mit „ihren“ Unternehmen zu stehen. Doch was im Hintergrund stattfindet, bleibt nicht nur den Nutzern völlig unklar. Niemand kann wirklich nachvollziehen, was diese neu herangewachsenen Monopole eigentlich tun. Das wirft Fragen auf, die weit über die unkontrollierbare Verwendung von Nutzerdaten hinausgehen.

Eins ist aber klar: Es ist dringend an der Zeit für Online-Unternehmen, die transparent, fair und ihren Nutzern gegenüber verantwortlich funktionieren…