Der 14. Februar ist bekanntlich der Tag der Liebe. Das hat die Free Software Foundation Europe zum Anlass genommen, an diesem Tag den Free Software Day zu feiern. Am heutigen Valentinstag können Unterstützer*innen und Fans freier Software ihre Wertschätzung zum Ausdruck bringen und ihre Begeisterung mit der Welt teilen. Auch wir möchten diese Gelegenheit ergreifen und sagen Danke, liebe Entwickler!

FreeSoftware_HeaderKonstantin und Paul sind Teil unserer Tech-Crew und stellen Euch hier ihre liebste Software vor

Konstantin: Meine Lieblings-Open-Source-Software ist Blender. Das ist ein Programm, dass gemeinhin als 3D-Modellierungs-Software bekannt ist, und doch ist es so viel mehr. Ich kam damit erstmalig während meines Studiengangs in Berührung, als ich selbst ein 3D-Spiel programmiert habe. Mit einem eingebauten Animations-, Texturierungs-, Bildbearbeitungs-, Videoschnitt-, Composition-, und Spieleentwicklungs-Programm ist dieses Projekt ein wahrhaftiges „Powerhouse“. Es ist gut genug, dass Blender-Kreationen mit denen von kommerziellen Programmen durchaus mithalten können und die Entwicklungs-Community ist eine der stärksten, die ich je gesehen habe. In regelmäßigen Abständen werden von der Blender Foundation „Open Projects“ organisiert. In diesen von der Community gesteuerten Projekten nehmen sich eine große Anzahl von Entwicklern ein Film- oder Spiele- Projekt vor und erweitern die Blender-Software, wann immer sie auf Limitierungen durch das Programm stoßen. So kommen nicht nur regelmäßig große Projekte heraus, die beweisen, welche Leistungsfähigkeit hinter Blender steckt, sondern auch die Feature-Entwicklung schreitet in schnellen Schritten fort.

Die Ergebnisse dieser Projekte sind durchaus sehenswert. Schaut einfach mal rein und staunt, was Open-Source-Software alles kann:
Elephants Dream (Kurzfilm 2006)
Big Buck Bunny (Kurzfilm, 2008)
Yo Frankie! (Videospiel)
Sintel (Kurzfilm, 2010)
Tears of Steel (Life-Action in Verbindung mit VFX, 2012)

Paul: Ich benutze jede Menge freie Software. Mein Computer läuft mit Linux und eigentlich ist alles darauf Open Source. Mir ist dabei vor allem wichtig, nicht von einem Anbieter einer Software abhängig zu sein und vor allem selber entscheiden zu können, was ich mit der Software mache, die ich nutze. Dazu gehört auch, mir die Software so einzurichten, wie es der Hersteller vielleicht nicht vorgesehen hat. Das schafft eine unglaublich große Freiheit, die ich nicht missen möchte. Meine drei Lieblings-Tools sind tmux, zsh, und vim. Diese Kombination aus Tools benutze ich täglich, sowohl privat als auch bei Fairnopoly. Ich habe mittlerweile einen sehr effizienten Workflow damit, den ich mir mit anderen Programmen so nicht vorstellen kann. Der größte Vorteil ist, dass ich meine Maus nicht anfassen muss und die Finger immer auf der Tastatur bleiben können, was mir den Programmieralltag enorm erleichtert. Leider dauert die Einarbeitung eine Weile und die Lernkurve ist zum Teil sehr steil – aber es lohnt sich!

Tmux ist ein Terminalmultiplexer, also eine Software, die es ermöglicht, mehrere Terminalsessions in einem Terminalfenster zu öffnen und zu verwalten. Dazu bietet es Splitscreens und Tabs und eine Menge
nützlicher Tastenkürzel zu deren Erschaffung und Verwaltung.

Vim (Vi improved) ist ein Texteditor und Nachfolger des in den 70er Jahren entwickelten Vi. Vim oder Vi gehören als Standard Software auf jeden UNIX Computer und sind oft auch die einzigen Texteditorren, die dort zu finden sind. Vim ist unendlich durch Plugins erweiterbar, daher kann man es sehr gut auf seine persönlichen Präferenzen anpassen. Es bietet eine eigene Skriptsprache zum Schreiben von Plugins oder Makros. Zu den großen Stärken von Vim gehört auch die unglaubliche Vielfalt an Tastenkürzel für eigentlich alles.

Zsh ist eine UNIX-Shell, also ein Kommandozeileninterface zum Computer. Auch diese ist sehr umfangreich konfigurierbar und hat die beste Autovervollständigung (in der Welt der Shells), die ich kenne. Auch diese ist natürlich sehr gut anpassbar.

Gute Einführungen in Vim und Zsh gibt es auch bei Fairnopoly, zum Beispiel Practical Vim von Drew Neil und Zsh von Sven Guckes.