Fairtrade aus Afrika

img_5547Der Konsument hat bei fairen Produkten wie Schokolade mittlerweile die Qual der Wahl. Zum Verkauf steht ein reines Gewissen. Die Frage, die sich hier unmittelbar stellt, ist: Was bedeutet eigentlich fair? Dazu könnte man eine lange, philosophische Debatte starten. Fairtrade – der bekannteste Vertreter des fairen Handels – gibt an dies “durch bessere Preise für Kleinbauernfamilien, sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern” zu erreichen. Wir haben uns gefragt: Welche Wirkung erzielt denn eine Tafel Fairtrade Schokolade? Pro Tonne zertifizierten Kakao wird eine Prämie von 200 USD bezahlt. Wenn man nun diese Zahl auf eine Tafel Schokolade herunterbricht, ergibt das bei 100 g 70% Zartbitterschokolade ein Premium von 1,4 US Cent, bei Milchschokolade weniger als einen Cent. In Anbetracht der meist erheblichen Mehrkosten einer Fairtrade Schokolade, ist diese Einkommenssteigerung doch eher enttäuschend.

fairafric – Chocolate Made in Africa

wrappingHier setzt fairafric an. Bei dem deutsch-ghanaischen Start-up geht es eben nicht nur darum, das im Land verbleibende Einkommen pro Tafel zu erhöhen, sondern vor allem auch zu strukturellen Veränderungen beizutragen. Bei Fairtrade wird das Einkommen im Agrarsektor (Primärsektor) erhöht. Fairafric geht einen entscheidenden Schritt weiter und schafft durch die Herstellung der Schokolade vor Ort qualifizierte Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe (Sekundärsektor). Dabei erhöht sich das Einkommen Ghanas um bemerkenswerte 50 US Cent pro Tafel, ein Vielfaches von Fairtrade. Laut einer Studie der Weltbank werden außerdem zusätzlich für jeden Arbeitsplatz, der in der Weiterverarbeitung von Agrarrohstoffen entsteht, 2,8 weitere Arbeitsplätze bei Zulieferern geschaffen.

Entwicklung durch faire Wirtschaft

fairafric_AufstellerSomit wird die Wertschöpfung, die größtenteils in der Produktion stattfindet, aus den westlichen Konsumländern in das Ursprungsland des Kakaos, nach Ghana, verlegt. Das ist das Alleinstellungsmerkmal von fairafric: Die Schaffung von Produktionskapazitäten und die damit verbundenen, gut bezahlten Arbeitsplätze, sorgen für eine nachhaltige Entwicklung weit über den Agrarsektor hinaus. Fairafric hat für den revolutionären Ansatz international viel Zuspruch erhalten: nachdem eine mit knapp 200% finanzierte Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter das Pilotprojekt angestoßen hat, wurden bereits knapp 5000 Tafeln an die Unterstützer verteilt. Mittlerweile kann man die vielleicht fairste Schokolade der Welt in Weltläden in fast allen Bundesländern erwerben und natürlich auf Fairmondo.

Autor: Hendrick Reimers – Founder & CEO von fairafric – Chocolate Made in Africa