Die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) möchte Fairmondo als „Idee und Praxis der Organisation von gemeinsamen Interessen in Genossenschaften“ im Zusammenhang mit immateriellem Kulturerbe als neuartiges Beispiel einer Genossenschaft präsentieren. Es gibt auf internationaler Ebene drei verschiedene Listen mit immateriellem Kulturerbe und die Genossenschaftsidee wird in die „Repräsentative Liste“ kategorisiert. Immaterielles Erbe stiftet Sinn und Identität in einer Gesellschaft und bewahrt die Vielfalt einer Kultur. In der Repräsentativen Liste befinden sich bereits über 300 kulturelle Besonderheiten weltweit, die mit dem UNESCO-Kulturerbe-Status versehen sind, wie zum Beispiel der argentinische bzw. uruguayische Tango, das Sommersonnenwende-Feuer-Festival in den Pyrenäen, die mediterrane Ernährungsweise oder die Pfeifsprache „El Silbo“ auf der spanischen Insel La Gomera.

Das deutsche Verzeichnis beinhaltet zwar bereits 34 Einträge, darunter die deutsche Brotkultur, die Passionsspiele in Oberammergau, den Rheinischen Karneval, das Sternsingen oder eben die Genossenschaftsidee, aber bisher hat es keine deutsche immaterielle Kulturbesonderheit ins internationale Verzeichnis geschafft. Das soll sich mit der am 27. März 2015 eingereichten Nominierung ändern, wenn in Kürze über die Kandidaten diskutiert wird. Neben der Genossenschaftsidee soll auch die deutsche Falknerei mit aufgenommen werden.

Wusstest Du schon, dass rund 20 Millionen Menschen in Deutschland irgendeiner Form von Genossenschaft angehören? Da die Mitglieder sich aktiv einbringen können, um über den Werdegang ihrer Genossenschaft mitzubestimmen, profitieren alle davon. Genossenschaften gibt es in Deutschland bereits seit dem 19. Jahrhundert und bekamen ein solides Fundament dank Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen, die sich an Vorreiterkonstrukten aus anderen Ländern orientierten. „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele“, so lautet die Grundidee einer Genossenschaft. Der Zusammenhalt hat definitiv das Potential die Gesellschaft positiv und nachhaltig zu verändern. Wenn die Gemeinschaft das Engagement und Solidarität mitbringt, dann können Ziele kollektiv und demokratisch erreicht und die Gewinne unter den Genossenschaftsmitgliedern verteilt werden. Ganz wie das der Genossenschaft 2.0 von Fairmondo, das an das Zeitalter der Digitalisierung im neuen Jahrtausend angepasst ist. Ende dieses Jahres wird über die Aufnahme der „Idee und Praxis der Organisation von gemeinsamen Interessen in Genossenschaften“ in das Verzeichnis entschieden. Wir freuen uns über die Vorstellung von Fairmondo in diesem Kontext.

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