Die große Resonanz auf unsere Einladung zum Fairnopoly Talk zum Thema Genossenschaft 2.0 hat uns überrascht und gefreut! Über 40 Menschen mit verschiedensten Hintergründen kamen am Mittwoch Abend ins Social Impact Lab um mit uns zu diskutieren.

Überrascht hat uns auch, dass sich die Diskussion nicht wie gedacht auf die generelle gesellschaftliche Vision, sondern ganz konkret auf unser Modell und dessen mögliche Schwächen und Stärken konzentriert hat.

Ein besonders intensiv diskutierter Punkt war die Steuerungsfähigkeit unseres Modells: Ist es nicht gefährlich, wenn der Vorstand, also die Geschäftsführung, durch die Mitarbeiter*innen gewählt wird? Kann nicht das Unternehmen blockiert werden, wenn die Generalversammlung aller Mitglieder den Aufsichtsrat wählt und dieser wiederum den Vorstand kontrollieren und zumindest einschränken kann? Und was, wenn der Vorstand sich nur gefügige Mitarbeiter*innen aussucht, die seine (möglicherweise unfaire) Praxis unterstützen?

Wir haben für uns daraus gezogen, dass wir uns diesen Fragen in der Praxis stellen werden müssen, wir aber von theoretischer Seite aus darauf relativ gute Antworten haben. Zum einen stellen sich ähnliche Herausforderungen natürlich auch in herkömmlichen Unternehmen, wo sich eine feindselige Stimmung zwischen Geschäftsführung und Mitarbeiter*innen oder z.B. der Aktionärsversammlung destruktiv auswirken kann.

Vor allem aber gab es breite Unterstützung für die Einschätzung, dass sich die Funktionsfähigkeit des Modells aus der Kultur und Alltagspraxis ergeben wird, die sich im Unternehmen etabliert. Und diese können nur begrenzt in der Satzung festgeschrieben werden. Wir glauben jedenfalls, dass unser Modell konstruktive Bedingungen und sinnvolle Anreize für eine menschliche, menschenfreundliche, faire Gestaltung des Unternehmensalltags setzt.

Inwiefern sich das bewahrheitet, wird sich in den nächsten Monaten und Jahren zeigen. Dazulernen werden wir so oder so, hoffentlich in vielen weiteren Diskussionen mit Freund*innen und auch Skeptiker*innen von Fairnopoly.

Wir bedanken uns hier noch einmal herzlich bei allen Teilnehmer*innen, die den Abend zu einer intensiven, konstruktiven und sehr sympathischen Diskussionsrunde gemacht haben!