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Am Wochenende hatte ich die Chance, an der Platform Cooperativism-Konferenz in New York teilzunehmen. Es war die weltweit erste Konferenz, die sich unserem Kernthema gewidmet hat: Wie können wir die großen Internetkonzerne entmachten, indem wir sie durch genossenschaftlich organisierte Plattformen ersetzen?

Thematisch ist man in den USA mal wieder um einiges weiter. Über 500 Teilnehmer aus Wissenschaft, Genossenschafts- und Startupszene bishin zu Venture-Capital-Firmen brachten Ideen und Erfahrungen zusammen.

Da aber auf praktischer Seite wir mit Fairmondo zu den weltweit ersten gehören, die sich diese Herausforderung konkret zum Ziel gesetzt haben, waren wir ein vielgenanntes Beispiel auf der Konferenz. Schon in der Eröffnungsveranstaltung wurden wir prominent erwähnt, auch später tauchte immer wieder unser Logo oder ein Screenshot unserer Startseite auf.

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In meinem eigenen Beitrag beim zentralen Plenum am Freitag Abend habe ich dann sehr offen über unsere aktuelle Situation und unsere generellen Schwierigkeiten gesprochen. Zunächst hatte ich gedacht, mit meinem weniger euphorischen Beitrag vor allem Enttäuschung auszulösen. Doch im Gegenteil, haufenweise Leute kamen danach auf mich zu und für den nächsten Tag organisierten wir einen Workshop, der sich alleine um die Frage drehte, wie wir unsere finanzielle und technische Herausforderungen angehen können.

Platform Cooperativism on Livestream

Neben einer Reihe von Ideen kam vor allem ein konkretes Thema auf: Fairmondo in die USA zu bringen. Dies parallel zum Aufbau von Fairmondo UK zu tun, hätte den Vorteil, dass wir an verschiedenen Orten gleichzeitig Ressourcen und Kompetenzen zusammentragen können, um die Software zu internationalisieren und strategische Schritte zu planen. In den nächsten Tagen treffe ich einige potentielle Partner und Mitstreiter hier in New York, die Grundlagen für ein breiteres Netzwerk an Kontakten sind bereits gelegt.

Überdies gibt es Bestrebungen, eine eigene Stiftung für die Entwicklung eines gemeinsamen Open Source Software-Kerns ins Leben zu rufen, der dann diversen genossenschaftlichen Plattformen weltweit zur Verfügung stehen kann. Gespräche mit potentiellen Geldgebern wurden hier bereits gestartet.

Es war für mich zudem entlastend zu sehen, dass andere Projekte in den USA und anderswo vor sehr ähnlichen Problemen stehen wie wir. Interessanterweise haben gerade die Vertreter aus Venture-Capital und Startup-Szene ihren Respekt dafür ausgedrückt, dass wir mit aus ihrer Sicht verschwindend geringen Mitteln überhaupt so weit gekommen sind (und ich war wirklich offen mit unseren Zahlen). Es war hier undisputierter Konsens, dass man für die Entwicklung und Einführung einer ernsthaft marktfähigen Plattform im zweistelligen Millionenbereich denken muss. Um solche Beträge zusammenzubekommen, sind vorzeigbare erste Beispiele entscheidend.

Auf jeden Fall hat die Konferenz klar gemacht, es ist wichtiger denn je, dass wir mit Fairmondo durchhalten. Wir sind signifikanter Teil einer weltweiten Bewegung, die hier in den USA mit tief sitzendem Frust über Uber, Amazon, AirBnB, Google etc. bei vielen noch stärkere emotionale Grundlagen hat als bei uns.

Zum Glück wird Fairmondo momentan von einem wunderbaren Team ehrenamtlicher bzw. Teilzeit arbeitender Mitarbeiter*innen getragen, das trotz schwierigem Alltag weiter wächst und motiviert an kreativen Wegen arbeitet, um das Projekt auch ohne viel Geld voran zu bringen.

Ein riesiger Schub für unsere Motivation wäre es, wenn die Crowdfundingkampagne für das Spiel ein weiterer Erfolg wird. Wir werden auch ohne diesen Erfolg weitermachen, aber mit ihm im Rücken würde es sehr viel angenehmer werden.

Bis Dienstag 23:59 Uhr gibt es noch die Chance, es möglich zu machen:

https://www.startnext.com/fairmondo-spiel