Im letzten Blogbeitrag haben wir Euch bereits angekündigt, dass wir in den kommenden Wochen und Monaten die Fairness bei Fairmondo in den Blick nehmen. Mithilfe der Instrumente der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) machen wir diese Fairness Schritt für Schritt überprüfbar und stellen dar, wie weit wir bisher gekommen sind auf dem Weg zum konsequent fairen Unternehmen.

In einer teaminternen Dialogrunde haben wir uns vor zwei Wochen mit den beiden ersten Themenbereichen der Gemeinwohlökonomie auseinander gesetzt: Dem Beschaffungs- und dem Finanzwesen. Für einen angeregten Austausch sorgten in dieser Runde Anna, Olli, Anne und Konstantin. Zentrale Frage in unserer Dialogrunde war: Wie sehr orientieren wir uns an Werten des Gemeinwohls in unserer Auswahl von und in unserer Beziehung mit Lieferant*innen und Geldgeber*innen? Ausschnitt aus der Fairnopoly Satzung, § 3 Grundprinzipien von Fairnopoly

Durch die Fairmondo Satzung haben wir in diesen Fragen bereits eine klare Richtungsentscheidung vorgenommen (siehe Ausschnitte aus §3 der Satzung (Grundprinzipien).

In der GWÖ-Gesprächsrunde haben wir überprüft, inwieweit wir die sozialen und ökologischen Risiken der einzelnen Beschaffungspositionen kennen, und inwieweit wir soziale und ökologische Kriterien bei der Beschaffung anwenden. Bei den Ergebnissen dieser Dialogrunden ist wichtigerweise anzumerken, dass es sich dabei NICHT um eine offizielle und extern überprüfte Gemeinwohlbilanzierung handelt. Stattdessen haben wir uns intern mit den Fragen der GWÖ beschäftigt – es handelt sich also an dieser Stelle zunächst um eine erste Selbsteinschätzung anhand der GWÖ Kriterien.

Die Ergebnisse unserer Selbsteinschätzung findet ihr in tabellarischer Form organisiert nach Beschaffungspositionen unter den folgenden Links:

Güter und nicht-finanzielle Dienstleistungen

Büroeinrichtung und IT Hardware

 

IT Software und Dienstleistungen

Verbrauchsmaterialien

Büroräume und Strom

Externe Dienstleistungen

Finanzdienstleistungen

geschäftskonto

Bezahlabwicklung auf Marktplatz

 

Unsere Stärken in der Beschaffung

Über die unterschiedlichen Beschaffungspositionen hinweg konnten wir während der Dialogrunde einige interessante positive Beobachtungen machen:

  • Wir stellten fest, dass wir bei einem Großteil der von uns beschafften Güter und Leistungen auf soziale und ökologische Kriterien achten.
  • Insbesondere bei größeren und kontinuierlich bezogenen Positionen wie beispielsweise Einrichtungsgegenständen, Strom und den Bankkonten von Fairmondo haben wir gemeinwohlorientierte Kriterien bisher stark bis sehr stark in die Auswahl einbezogen: Gebraucht oder upgecycelt, B-Ware, oder fair und ökologisch hergestellt – kaum einer unserer in der Menge und/ oder regelmäßig beschafften Einrichtungsgegenstände und Verbrauchsmaterialien entspricht keinem dieser Kriterien.
  • Über die sozialen, ökologischen und regionalen Kriterien der Gemeinwohlökonomie hinaus spielt bei unserer Beschaffung auch der Datenschutz – insbesondere im Bereich IT Infrastruktur – eine wichtige Rolle.

 

Unsere Schwächen in der Beschaffung

Nachdem wir uns aufgrund dieser Beobachtung durchaus auf die Schulter geklopft hatten, machten wir jedoch auch einige wichtige Schwachstellen und Lücken in unserem Beschaffungswesen aus:

  • Einen ausgearbeiteten Kriterienkatalog für die Beschaffung – wie ihn die Gemeinwohlökonomie vorschlägt – besitzen wir nicht. Stattdessen verlassen wir uns bisher auf den Leitcharakter der in der Satzung definierten Grundprinzipien – und auf die Urteilskraft unserer Teammitglieder. Die GWÖ- Forderung nach einem detaillierten Kriterienkatalog erschien uns zunächst als bürokratisch aufwendige Maßnahme. Andererseits könnte er dem*der jeweilige*n Mitarbeiter*in die gemeinwohlorientierte Beschaffungsentscheidung im Einzelfall erleichtern.
  • Wenn spontan kleinere Mengen eingekauft werden, spielen die Kriterien eine weniger wichtige Rolle. Die einfache Verfügbarkeit ist in diesem Fall häufig ein wichtigeres Kriterium.
  • Auch für die Nutzungsmuster der beschafften Positionen haben wir keine systematisch gemeinwohlorientierte Herangehensweise. Wir setzen uns zwar mit zentralen Fragen wie der energieeffizienten Nutzung der Heizkörper auseinander. Aufgrund eines lückenhaften Informationsstandes und einer hohen Arbeitsauslastung des Teams werden systematische Ansätze hier jedoch nicht immer in befriedigender Art und Weise gefunden.

Entsprechend dieser Beobachtungen schätzen wir sowohl unsere Kenntnis der Risiken im Beschaffungsbereich, als auch unsere Anwendung von sozialen und ökologischen Kriterien als gut ein. Luft für eine Verbesserung nach oben besteht aber durchaus noch in vielerlei Hinsicht. Im Einstiegsbericht der GWÖ kommen wir entsprechend zu folgenden Selbsteinschätzungen:

Bewertungen 1 und 2

Wir haben den Austausch über die Gemeinwohlorientierung unserer Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen als interessant und bereichernd empfunden und freuen uns auf Eure Rückmeldungen, Fragen und Reaktionen zum Thema!

Im nächsten Gemeinwohl – Blogbeitrag werden wir unsere angebotenen Dienstleistungen und die Beziehung zu unseren Kund*innen in den Blick nehmen.