Profit steht bei Fairmondo nicht an erster Stelle, so auch im ersten Zeit-Café in Berlin, Wedding.

Hier bezahlt man nicht für Speisen und Getränke sondern nur für die Zeit, die man dort verbringt: 5ct pro Minute, 3 Euro die Stunde.

Be‘kech, so der Name des Cafés, der sich aus den Heimatorten von Nina Martin aus Berlin und Louna Sbou aus Marrakesch, die das Café Ende Juni eröffneten, zusammensetzt.

Nina Martin (rechts) und Louna Sbou (links)

Das Konzept von Zeit als Währung gibt es schon länger.

In Moskau eröffnete das erste Café dieser Art im Jahr 2011.

Teil der Idee sind Brettspiele, Buffet nach Lust und Laune aber auch separate Meeting-Räume, die als Co-Working-Spaces dienen sollen.

Die Uhrzeit, wann man das Café betritt wird aufgeschrieben und am Ende des Aufenthalts bezahlt der Gast.

Vor allem aber regt die Idee zum Nachdenken an. Was alle Menschen auf der Welt gemeinsam haben: 24 Stunden am Tag. Die Zeit macht uns somit alle gleich. Zeit ist hier also nicht nur Währung, sondern auch soziale Komponente. Man spürt sofort die offene Atmosphäre, sobald man das be‘kech betritt. Jeder ist willkommen, ein Miteinander ist erwünscht.

Die Möbel erinnern an die DDR – gekauft wurden sie alle gebraucht

Der Faktor, sich dazu genötigt zu fühlen, ständig ein volles Glas neben sich stehen zu haben, fällt weg. Essen kann man sich auch selbst mitbringen und mit der bereitgestellten Mikrowelle aufwärmen.

Dadurch, dass man sich im be‘kech so wohl fühlen darf wie im eigenen Wohnzimmer, hat man spürbar mehr Raum für sich – was bei vielen Gästen zu mehr kreativem Input führt. Hier kann man sich frei machen. Einfach sein. Zeitlos sein.

In der Einrichtung spiegelt sich auch Sbous marokkanische Herkunft wieder

Das be‘kech ist Treffpunkt, Wohnzimmer, Arbeitsplatz, Wohlfühloase und Donnerstag Abend Konzertlocation. Hier treffen sich Leute aus dem Kiez, es finden Workshops statt, Vereine oder Start-up Unternehmen nehmen dankend den Meeting-Raum an, Familien verbringen hier schöne Stunden.

Des weiteren ist es Martin und Sbou wichtig, das sich das soziale Element in allen Facetten widerspiegelt. So stammt vieles, was am Buffet angeboten wird, von der solidarischen Landwirtschaft.

Zu trinken gibt es hier die fair gehandelte Solimate aus Friedrichshain. Ein Projekt von und mit Geflüchteten, wovon die Einnahmen in Flüchtlingsprojekte fließen.

 

Das Buffet – bei unserem Besuch früh morgens noch im Aufbau

Viele die hier zum ersten Mal sind, wissen schon beim Verlassen des Cafés, dass dies nicht der letzte Besuch im be‘kech gewesen ist. So geht es auch uns, auch wir wollen die soziale Idee des Cafès in der Exerzierstraße bestärken und wünschen Nina Martin und Louna Sbou weiterhin viel Erfolg.

 

 

 

 

 

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